Abendveranstaltung: Neurowissenschaftliche und kritisch-psychologische Sichten auf die Debatte um den „freien Willen“.

Vortrag und Diskussion mit Wolfgang Maiers

am 13. Juli 2011, um 18:00 Uhr, im Hörsaal des Fachbereichs Psychologie, Von-Melle-Park 11, Universität Hamburg

Die Neurowissenschaften haben in den vergangenen Jahren einen enormen Bedeutungszuwachs erfahren. Zweifelsfrei konnten Erkenntnisfortschritte auf der Ebene der funktionalen Differenzierung von Hirnarealen und bei der Untersuchung molekularer Strukturen im Gehirn erzielt werden. Ein Verständnis der konkreten Zusammenhänge jedoch blieben NeurowissenschaftlerInnen bisher schuldig. Ungeachtet dessen werden die Neurowissenschaften bereits als neue wissenschaftliche Leitdisziplin verhandelt, die es vermag die Fragen der Vermittlung physiologischer Grundlagen und psychischen Erlebens durch experimentelle Verfahren der Hirnforschung zu klären. Während sich die Verteilung finanzieller Mittel in den wissenschaftlichen Arbeitsbereichen in den vergangenen Jahren deutlich zugunsten der Neurowissenschaften verschoben hat, werden die Erkenntnisse insbesondere in den Debatten um die Willensfreiheit des Menschen referiert. Angemahnt wird aber auch, dass sich mit den Neurowissenschaften in der Psychologie ein physiologischer Determinismus Bahn bricht, der die Gesellschaftlichkeit menschlichen Handelns verkennt und das Psychische auf neurophysiologisch messbare Korrelate reduziert.

In der Abendveranstaltung am 13. Juli möchten wir daher einen genaueren Blick auf die Entwicklung der Neurowissenschaften ermöglichen. Wolfgang Maiers wird in einem Vortrag die Erklärungs- und Geltungsansprüche der Neurowissenschaften aus kritisch-psychologischer Perspektive einordnen. Dabei soll zum einen der Frage nachgegangen werden, inwieweit die Idee des begründeten Handelns durch neuere Erkenntnisse tatsächlich in Frage gestellt wird. Zum anderen soll diskutiert werden, inwieweit gesellschaftliche Bedingungen der Konstitution des Bewusstseins in der Forschungsperspektive der Neurowissenschaften repräsentiert sind.

Prof. Dr. habil. Wolfgang Maiers ist Dekan des Fachbereichs Allgemeine Humanwissenschaften am Standort Stendal der Hochschule Magdeburg-Stendal. Er ist seit Gründung Redakteur der Zeitschrift „Forum Kritische Psychologie“, arbeitet als Mitherausgeber mehrerer Fachzeitschriften und ist in mehreren Fachgesellschaften aktiv.

Eine Veranstaltung der AK Kritische Psychologie Hamburg und des Fachschaftsrats Psychologie der Universität Hamburg.

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Kongress „Die Unberechenbarkeit des Subjekts“ – 21.-24.07. in Frankfurt

Die Unberechenbarkeit des Subjekts – Kongress zum Verhältnis kritischer Psychologie und qualitativer Forschung

Der von dem Arbeitskreis kritische Psychologie Frankfurt organisierte Kongress zielt darauf, einen Einblick in gesellschaftskritische Ansätze in der Psychologie zu eröffnen. Hierbei sollen vor allem die psychoanalytische Sozialpsychologie, (queer-) feministische Psychologie(n), die Kritische Psychologie sowie ‘postmoderne’ Psychologieansätze im Fokus stehen. Darüber hinaus soll das Verhältnis dieser Ansätze zu Methoden der qualitativen Sozialforschung beleuchtet und die Frage diskutiert werden, ob ein hochschulpolitischer Einsatz für die Integration qualitativer Methoden in die Lehrpläne der Psychologie zu einer Stärkung kritisch-sozialwissenschaftlichen Denkens in der Psychologie beitragen könnte.

Der Kongress soll zudem der Vernetzung jener Studierenden dienen, die sich auch über den Kongress hinaus mit gesellschaftskritischen Ansätzen in der Psychologie auseinandersetzen und darüber hinaus ihre zukünftige gesellschaftliche Rolle und Funktion als Psycholog_innen reflektieren wollen. Im Rahmen des Kongresses soll ein Austausch über Erfahrungen und Möglichkeiten, sich hochschulpolitisch für die Stärkung gesellschaftskritischer Ansätze in der Psychologie einzusetzen, ermöglicht werden.

21. – 24. Juli 2011 // Uni Frankfurt
Studierendenhaus // Campus Bockenheim

Weitere Informationen

Kongress-Homepage | Programm | Referent_innen | AK kritische Psychologie Frankfurt 

Auch du hast (k)einen freien Willen! – Seminar zur Kritischen Psychologie im Sommersemester 2011

Selbst-organisiertes Seminar zum Thema: Kritisch-psychologische und neurowissenschaftliche Perspektiven auf die Kontroverse um den „freien Willen“

Ankündigung:

Seit einigen Jahren deutet sich in der Psychologie ein Paradigmenwechsel an: Nicht nur an der Uni Hamburg steigt die Bedeutung neurowissenschaftlicher Forschung. Deren Anspruch, menschliches Handeln durch experimentelle Methoden der Hirnforschung erklären zu können, ist derweil nicht unumstritten. Angemahnt wird, dass sich in der Psychologie ein biologischer Determinismus Bahn bricht, der die Gesellschaftlichkeit menschlichen Handelns verkennt und dieses stattdessen aus biologischen bzw. genetischen Dispositionen ableitet.

Im Sommersemester möchten wir uns daher in einem selbst-organisierten Seminar mit kritisch-psychologischen und neurowissenschaftlichen Perspektiven auf menschliches Handeln auseinandersetzen. Ziel ist es, nicht nur eine Einführung in zentrale Vorstellungen der Kritischen Psychologie zu geben, sondern uns auch mit Debatten, wie der Kontroverse um den „freien Willen“ zu beschäftigen.

Auftaktveranstaltung am 14. April:

Alle Interessierten sind daher herzlich zu einem einführenden Vortrag zum Thema am 14. April um 18:00 Uhr eingeladen. Hier werden einige Referent_innen eine Einführung in die Kritische Psychologie und die Debatte um die Neurowissenschaften geben sowie organisatorische Fragen, wie etwa den Semesterplan klären. Wir treffen uns an der Uni Hamburg im Wiwi-Bunker (Von-Melle-Park 5), Raum 4098 (4. Etage).

Wöchentlicher Lesekreis jeden Donnerstag um 18:00 Uhr:

Darauffolgend werden wir das Seminar wöchentlich anbieten. Wir treffen uns jeweils Donnerstags von 18:00 bis etwa 20:00 Uhr, ebenfalls im Raum 4098 im Wiwi-Bunker (Von-Melle-Park 5). Aktuelle organisatorische Informationen, Hinweise zu Literatur und Weiteres findet ihr hier.

Weitere Informationen:

Überblick: Themen und Literatur des Seminars | Über den AK Kritische Psychologie Hamburg | Kontakt zur Vorbereitungsgruppe

Kritische Psychologie Lesekreis für das Sommersemester in Planung – Vorbereitungstreffen am 22.02.

Am vegangenen Mittwoch (09.02.) endete der Kritische Psychologie Lesekreis im Wintersemester. Wir hatten uns in den vergangenen vier Monaten mit einführenden Texten zur Kritischen Psychologie in den Bereichen „Emotionalität“, „Antirassistische Bildung“, „Lernen und Erziehung“ sowie „Entwicklung“ beschäftigt. Wie sich im Feedback der Abschlussveranstaltung verdeutlichte, wurde der Lesekreis von den Teilnehmer*innen als Bereicherung erfahren, da die Auseinandersetzung mit den Perspektiven der Kritischen Psychologie auf die besprochenen Themen als Ergänzung zu Studieninhalten erfahren wurde.

Hieran möchten wir mit weiteren Veranstaltungen anknüpfen. Konkret: es wird im Sommersemester aller Voraussicht nach wieder einen wöchentlichen Lesekreis geben. Hierzu findet am 22. Februar um 18 Uhr ein Vorbereitungstreffen statt. Interessierte sind herzlich eingeladen und können in einer Mail an kritischepsychologie_hh@yahoo.de gern den Ort des Treffens erfragen.

Weitere Informationen:

Archiv: Themen und Literatur des vergangenen Seminars | Weitere Termine | Kontakt zur Vorbereitungsgruppe

Kongress „Macht | Kontrolle | Evidenz“ in Berlin

Vom 3. bis 6. März findet in Berlin an der Freien Universität der Kongress „Macht | Kontrolle | Evidenz“ statt. Auf dem von der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP) organisierten Kongress  sollen Fragen nach Möglichkeiten und Grenzen psychologischer Berufspraxis und dem politischen Selbstverständnis der Psychologie im Neoliberalismus im Vordergrund stehen.

Weitere Informationen:

Kongress-Homepage | Aufruf | Programm als PDF | Referent_innen

01.Februar: Nachholtermin Vortrag Christina Kaindl

Das Menschenbilder-Seminar und der Fachschaftsrat Psychologie der Uni Hamburg laden euch noch einmal zur „Unikaten Vorlesung“ in diesem Semester ein.
Der Nachholtermin des wegen Krankheits ausgefallenen Vortrags von Christina Kaindl aus Berlin zur Subjektwissenschaftlichen Forschung der Kritischen Psychologie wird am Dienstag, den 01.02.2011 um 18:15 Uhr in Raum W 120, Edmund-Siemers-Allee 1 (ESA Westflügel), Universität Hamburg stattfinden.
Die subjektwissenschaftliche Herangehensweise der Kritischen Psychologie dient PsychologInnen als Handwerkszeug an der Schnittstelle zwischen Forschung und Berufspraxis. Dieser Ansatz, der nicht mehr allgemeine sondern sehr spezielle Aussagen für konkrete Menschen in konkreten Situationen wissenschaftlich herausstellt, ist bedeutungsvoll für verschiedene psychologische und auch (sozial-)pädagogische Arbeitsfelder.

Christina Kaindl ist Diplom-Psychologin, Verterterin der Kritischen
Psychologie und promoviert in Politikwissenschaften an der FU Berlin zum Zusammenhang von Neoliberalismus und Rechtsextremismus. Sie ist Mitglied der Redaktion der Zeitschriften „Das Argument“ und „Forum Kritische Psychologie“, leitende Redakteurin der Zeitschrift „Luxemburg. Gesellschaftsanalyse und linke Praxis“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Lehrbeauftragte an der FH Stendal.

Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen, einen spannenden
Vortrag und eine angeregte Diskussion!

Unikate Vorlesung:
„Kritische Psychologie als Subjektwissenschaft“ (Christina Kaindl, Berlin) – Vortrag mit Diskussion

Dienstag, 01.02.2011, 18:15 Uhr
Edmund-Siemers-Allee 1
Raum W 120 (ESA Westflügel)
Universität Hamburg

Kritische Psychologie Lesekreis – 2011

Der Lesekreis Kritische Psychologie Hamburg geht 2011 in die nächste Runde. Wir möchten uns nun den Themen „Antirassismus“, „Lernen“ und „Sozialisation“ widmen, nachdem wir uns im ersten Teil des Semesters mit einer Einführung und dem kritisch-psychologischen Verständnis von „Emotionalität“ beschäftigt haben.

Zu den Themen:

  • Antirassismus: Im Aufsatz „Antirassistische Erziehung“ nähert sich Klaus Holzkamp dem Themenkomplex Rassismus bzw. Antirassismus an. Hier werden nicht nur Beschränkungen einer auf „Einstellungsänderung“ zielenden Bildungspraxis deutlich, sondern auch ein kritisch-psychologisches Verständnis von rassistischen Denkformen und Handlungen entfaltet, das die strukturell rassistischen gesellschaftlichen Bedingungen konsequent in die Analyse einbezieht.
  • Lernen: Im Text „Lehren als Lernbehinderung“ geht es um das kritisch-psychologische Verständnis von Lernen. Hier werden Grundbegrifflichkeiten geklärt und zentrale Fragestellungen einer kritischen Bildungstheorie aufgeworfen.
  • Sozialisation: Im Aufsatz „Kolonisierung der Kindheit“ kritisiert Klaus Holzkamp den in der Psychologie und verwandten Wissenschaften verbreiteten Rückgriff auf „die Sozialisation“ zur Erklärung gegenwärtiger Handlungen von Menschen. Demgegenüber betont Holzkamp die Notwendigkeit eines Konzeptes von Subjektivität, das gegenwärtige Bedingungen, unter denen Menschen leben, mit in die Betrachtungen einbezieht.

Organisatorisches:

  • Termine: In der letzten Dezembersitzung haben wir besprochen uns in den kommenden Wochen (vom 05.01. bis 09.02.) *wöchentlich* zu treffen, damit wir mehr Zeit haben die teils doch recht komplexen Texte ausführlich zu besprechen und hieran anschließende Diskussionen zu führen.
  • Literatur: Wir werden daher in jeweils zwei Sitzungen einen Text zum Thema besprechen. Den Text zum Thema Lernen findet ihr in Kürze online auf dem Kritische-Psychologie-Hamburg-Blog verlinkt, wir werden zudem die Literaturangaben zu den beiden anderen Themen ergänzen. Zu den Texten gibt es bereits Kopiervorlagen. Sie werden über den Newsletter versandt bzw. an Interessierte verschickt.
  • Ort: Wir treffen uns zudem weiterhin Mittwochs im Raum 209 am Pädagogischen Institut der Uni Hamburg (Von-Melle-Park 8). Los geht es wie gewohnt um 18 Uhr.

Weitere Informationen:

Überblick: Themen und Literatur des Seminars | Weitere Termine | Kontakt zur Vorbereitungsgruppe